e-Book für Gründer:

Existenzgründung als Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Was auf den ersten Blick wie Wahlfreiheit erscheint,  ist keine. Die wenigsten Existenzgründer können zwischen beiden Optionen wählen. Wer sich als Handwerker selbstständig machen oder ein Geschäft eröffnen will, für den ist die Gewerbeanmeldung zwingend erforderlich. Das gilt auch, wenn man einen bestehenden Betrieb übernehmen möchte. Der Gewerbeschein wird bei der zuständigen Kommunalverwaltung beantragt. Der Vorgang ist unkompliziert und mit 25 Euro Gebühren nicht teuer. Dennoch gibt es für Gewerbetreibende Nachteile wie aufwendigere Buchhaltung und Pflicht zur Gewerbesteuer-Erklärung.  Freiberufler müssen beim zuständigen Finanzamt lediglich eine Steuernummer beantragen und im Folgejahr der Existenzgründung ihre Einkommensteuer-Erklärung abgeben.

Wer zählt zu den Freiberuflern?

Freiberufliche Tätigkeit ohne Festanstellung findet sich klassischerweise im Medizinbereich bei</a> Ärzten, Heilpraktikern, Masseuren, Ergo- und Physiotherapeuten. Auch Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Journalisten, Schriftsteller und Künstler wie Schauspieler oder Sänger zählen zu den Freiberuflern. Vorsicht vor Mischformen:  Eine Physiotherapeutin mit eigener Praxis muss ihr Gewerbe anmelden, sobald sie Yogamatten oder Massageöle verkauft.

Wann greift die Kleinunternehmer-Regelung?

Ob Freiberufler oder Gewerbetreibender spielt für die Kleinunternehmer-Regelung nach § 19 UStG keine Rolle.  Diese Möglichkeit der  Umsatzsteuer-Befreiung erleichtert Existenzgründern die schwierigen Anfangsjahre. Anspruch besteht, wenn der Umsatz im Vorjahr nicht mehr als 17.500 Euro betrug, und im laufenden Jahr weniger als 50.000 Euro zu erwarten sind. Wer die Kleinunternehmer-Regelung beantragt, erstellt Rechnungen ohne Mehrwertsteuer, bekommt aber auch keine Vorsteuer zurückerstattet.